Verneinungen / Doppelte Verneinungen

Keine Macht für niemand - Ton Steine Scherben

I can’t get no satisfaction - Rolling Stones

We don’t need no education - Pink Floyd

In der Kunst können sie einen interessanten Effekt erzeugen: Doppelte Verneinungen. Keine Macht für niemand. Da muss man erstmal drüber nachdenken, was das genau meint: Sollen die beiden Negationen sich gegenseitig aufheben? Dann bedeutet der Satz: Alle sollen (die gleiche) Macht haben. Oder dient die doppelte Negation als Bekräftigung: Dann wäre es ein Plädoyer für die Implosion von Machtverhältnissen. Oder ist gar beides gemeint? Ziemlich verwirrend. Doch das dürfte gewollt sein: Denn der Titel soll zum Nachdenken anregen. Ähnlich verwirrend ist die Redensart: Nichts Genaues weiß man nicht. Das ist ein ironisch-spielerischer Umgang mit den Möglichkeiten der Sprache. Als Stilmittel erlaubt, aber ungeeignet, wenn beim Lesen Informationen schnell aufgenommen und verarbeitet werden sollen.

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